Triebfahrzeugfuehrerin Serap
Triebfahrzeugfuehrerin Serap

Per Quereinstieg zum Traumberuf

Wenn man mit Serap über ihren Beruf spricht, merkt man schnell, mit wie viel Leidenschaft sie ihn ausübt. „Man spürt eine unheimliche Freiheit auf der Schiene, befindet sich meistens mitten in wunderschönen Naturkulissen und wenn dann zufällig auch noch die Sonne auf oder unter geht, ist es perfekt!“, so beschreibt sie die außergewöhnlichen Momente, die sich ihr beinahe alltäglich offenbaren. Seit Januar 2020 ist Serap Triebfahrzeugführerin bei vlexx. Sie hat sich für einen Qualifizierungskurs als Quereinstieg entschieden, weil sie damals nach einer beruflichen Veränderung gesucht hat. In ihrem alten Job hatte sie häufig schon schlechte Laune, als sie nur auf dem Weg dorthin war. „Ich habe in einem Großraumbüro gearbeitet, umringt von Menschen, die nur auf sich und ihre Karriere geschaut haben – bei jeder Gelegenheit wurden die Ellenbogen ausgefahren“, schildert sie die damalige Situation.

Von ihrer älteren Schwester bekommt sie schließlich den Tipp, dass vlexx ein guter und sicherer Arbeitgeber sei. Bis zur tatsächlichen Bewerbung dauert es ab dann aber noch eine ganze Weile. Besonders aus dem entfernteren Umfeld ist die Skepsis, ob der Beruf nicht zu anspruchsvoll ist groß. Sie selbst hat auch Respekt vor der Aufgabe, vor allem vor der Verantwortung für die vielen Fahrgäste. Aber Serap war schon immer ehrgeizig, deshalb fasst sie letztendlich den Entschluss es sich selbst und allen anderen zu beweisen.

Serap hat die Schiene im Blick

Die Ausbildungszeit ist anspruchsvoll, während dieser Phase hat sie kaum den Kopf für andere Dinge. „Die Komplexität des Berufs war mit im Vorfeld nicht so bewusst, gerade wie viele technische Details man als Treibfahrzeugführerin kennen muss, hat mich am Anfang überrascht“, erklärt sie. Der Ausbruch der Corona-Pandemie und Folgen wie virtueller Theorieunterricht und Lehrfahrten mit Kontaktbeschränkungen waren eine zusätzliche Hürde. Am Ende absolvieren etwa zwei Drittel den Ausbildungskurs erfolgreich – Serap als einzige Frau.

„Frauen sind unter den Triebfahrzeugführenden leider immer noch selten, auch weil der Beruf von der Gesellschaft noch als typischer Männerberuf gesehen wird“, so Serap. Besonders bewusst werde ihr das immer wieder, wenn sie in den Bahnhof einfährt und dann Menschen, die in den Führerstand schauen ganz überrascht feststellen, dass dort eine Frau drinsitzt. Sie selbst würde gerne mehr Frauen dazu ermutigen, denselben Schritt wie sie zu gehen: „Frauen sollten sich von niemandem einreden lassen, dass sie etwas nicht können. Hätte ich auf die Leute gehört, die mir geraten haben, lieber etwas anderes zu machen, wäre ich heute wahrscheinlich nicht so glücklich wie ich es jetzt bin.“ Eine weitere Frau konnte sie bereits überzeugen – ihre Schwester will ebenfalls eine Qualifizierung zur Triebfahrzeugführerin machen.